Erste Auswirkungen der Leitzinserhöhung der EZB
Die Erhöhung der Leitzinsen für den Euro-Raum von 4,00 auf nunmehr 4,25 Prozent durch die EZB in der letzten Woche wirkt sich nun langsam auch auf die ersten Angebote für Privathaushalte nieder. So haben nicht nur erste Anbieter ihre Zinsen für Festgeldanlagen erhöht, sondern auch die ersten Banken ziehen beim Kreditzins nach, wodurch genau das erreicht wird, was die EZB bezweckt: Sparen wird attraktiv, Kredit aufnehmen wird teurer. Höhere Kosten bei der Kreditfinanzierung bewirken eine geringere Verschuldung und damit ein langsameres Wachstum der Geldmenge M3. Eine höhere Sparquote hingegen bremst Konsum und Konjunktur, so dass abzuwarten bleibt, ob es der EZB gelingt, die Inflation in den Griff zu bekommen, ohne die Konjunktur vollends abzuwürgen. Bei den Banken ist es die SWK Bank, welche heute nicht nur den Eingangszinssatz, sondern die Zinsen für alle Laufzeiten und Kreditsummen um teilweise einen ganzen Prozentpunkt angehoben hat. Besonders deutlich wird dies, wenn man sich die auf http://www.kredit-und-finanzen.de/kredite/kleinkredit.html dargestellten Zinssätze anschaut. Bis gestern lag der Zinssatz für einen Kleinkredit über 1.000 Euro mit 12 Monaten Laufzeit bei 3,90 Prozent, heute muss der Kreditnehmer glatt 0,40 Prozentpunkte höhere Zinsen zahlen. Für 5.000 Euro bei 36 Monaten Laufzeit stieg der Kreditzins gar von bisher 5,10 auf nunmehr 5,75 Prozent. Die nächsten Wochen werden zeigen, welche Banken noch folgen werden. Positiver dürfte es Anleger hingegen stimmen, dass mit der 1822direkt die erste Bank ihre Zinsen für Zwölfmonatsfestgeld erhöht hat. Das 1822direkt Anlagekonto wird nun bei zwölf Monaten Laufzeit und Beträgen ab 5.000 Euro mit 5,10 anstatt bisher 5,00 Prozent pro Jahr verzinst. Auch hier stehen weitere Banken in den Startlöchern, wie etwa die Mercedes-Benz-Bank, welche für den 15. Juli eine Zinsanhebung ihrer Tages- und Festgeldangebote angekündigt hat. Es bleibt also spannend am Zinsmarkt, sowohl für Kreditnehmer als auch für Anleger.