Der Alterungsprozess im Zusammenhang mit Melatonin

Die Produktion des Schlafhormons Melatonin lässt im Alter nach, und daraus geht auch hervor, warum ältere Menschen mit zunehmendem Alter weniger Schlaf zu brauchen scheinen. Allerdings ist das ein Trugschluss. Sie brauchen sogar mehr Schlaf, allerdings verteilt sich der Schlaf auf die gesamten 24 Stunden. Es kann durchaus sein, dass ein alter Mensch nachts nur vier Stunden schläft, man kann dann aber ruhig davon ausgehen, dass er bereits nach dem Frühstück bereits wieder zu einem kleinen Nickerchen im Sessel zurücksinkt. Als junger Mensch denkt man sich dabei nichts und überlegt, was den alten Menschen nun so müde gemacht hat. Er ist aufgestanden, hat sich gewaschen, angezogen und hat gefrühstückt – und schläft ein. Nach dem Mittagessen kann man oft genau das gleiche beobachten. Und oftmals nicken die Menschen kurz nach dem Abendessen auch noch mal für ein Stündchen ein, bleiben dann bis Mitternacht wach und schlafen dann für vier Stunden – und das Spiel beginnt von vorne. Das erklärt sich aber ganz einfach. Das Energiehormon Cortisol wird im Schlaf produziert. In einer kurzen Schlafphase kann nicht genügend davon bereit gestellt werden, und logischerweise reicht es dann zur Bewältigung eines kompletten Tagesablaufes nicht aus. Also hat das Melatonin wieder den Vortritt, der Mensch wird müde, schläft ein, produziert erneut einen kleinen Vorrat an Cortisol. Eine verminderte Produktion von Melatonin beschleunigt den Alterungsprozess – allerdings wurde dies bisher nur in Versuchen an Ratten und Mäusen nachgewiesen. Melatonin wirkt auf jeden Fall gegen freie Radikale, die ja zellschädigend wirken, und neutralisiert diese. Da Melatonin vorwiegend im Schlaf produziert wird, kann man sich gut vorstellen, warum Menschen oft alt und krank aussehen, wenn sie wenig schlafen, zu wenig. Ausreichender Schlaf ist also wichtig um genügend Melatonin zu produzieren, um die zellschädigenden Substanzen zu neutralisieren.